Sonntag, 29. Januar 2012

Das Wort zum Sonntag

Ein grauer Sonntag,
die Wolken hängen tief über den Dächern der Stadt.
EINER 
der krampfhaft versucht Laute von sich zu geben,
steht am Fenster des Balkons.
Blasen quellen aus seinem Mund
beim Anblick der mit grauer Farbe überfluteten Stadt.
Sprachlos steht er an der vergilbten Fensterscheibe,
Worte finden fällt schwer.
Der graue EINER kann nicht mehr.
Im Hintergrund tänzelt seine Frau durchs Zimmer,
die Musik laut aufgedreht.
Sie fängt die leeren Blasen mit dem Kescher,
bettet sie sanft in eine Schüssel voll Mehl und formt sie zärtlich zu Russisch Brot. 
Beim gemeinsamen Abendessen naschen beide von den leckeren Buchstaben,
die Schüssel ist leer.
EINER wirft einen letzten Blick aus dem Fenster,
das Grau stört nun nicht mehr.

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